Delphintherapie – Der Ablauf

Eine Delphintherapie besteht immer aus zwei Modulen: dem Delfin-Schwimmen und der Arbeit im Klassenzimmer.
Die Reihenfolge wird individuell festgelegt und richtet sich nach dem Therapieplan, dieser ist abhängig von:

Indikation/Erkrankung
Zielsetzung
Persönlichkeit des Kindes

Schwimmen mit Delphinen und Therapeuten

Das Schwimmen dauert ca. 25 bis 30 Minuten. Das Kind / der Patient ist dabei immer mit einem Therapeuten im Wasser. Der Therapeut leitet das Kind an selbst zu äußern was es mit dem Delfin machen möchte. Die Kommunikation mit dem Kind kann durch geschlossene Fragen oder auch durch Blickkontakt erfolgen insofern das Kind sich nicht anders äussern kann. Das könnte z.B. das Streichen des Delfins sein. Die Stärkung des Selbstvertrauens wir besonders durch die Erfüllung der Wünsche des Kindes gestärkt. Draußen am Rand des Beckens arbeitet der Delfintrainer (dieser übersetzt quasi Anweisungen des Therapeuten, der die Übungen koordiniert, für den Delfin). Die ca. 300 – 400 kg schweren Delfine sind übrigens nicht nur erstaunlich sanft und beinahe empathisch. Sie befolgen darüber hinaus auch exakt die Anweisungen der Trainer.

Die Eltern sind während der Delphintherapie ebenfalls am Rand des Delfinbeckens und werden konstant in die Übungen mit einbezogen. Das geschieht beispielsweise durch das Anreichen von Spielzeug (das der Delfin dann zum Kind bringt), dem Halten von Auswahl-Karten, etc.. Auch Geschwister spielen eine große Rolle. Sie werden ebenfalls in das Delfin-Programm mit einbezogen, was für alle sehr viel Spass bedeutet und für ein hohes maß Motivation sorgt. Viele gesunde Geschwister von behinderten Kindern erleben diese Beteiligung als etwas sehr Besonderes. Für die meisten ist dies auch eine der ersten Gelegenheiten, bei denen sie mit Ihren behinderten Geschwistern wirklich etwas schönes, bewusst gemeinsam erleben.

Der Unterricht im Klassenzimmer

Nach dem Schwimmen wird geduscht und man zieht sich um. In „normaler“ Kleidung wird dann die tägliche Klassenzimmer-Arbeit aufgenommen: Nun geht es darum, die Freude und Motivation des Schwimmens (Delfin-Schwimmen führt dazu, dass die Kinder sich öffnen und damit Lernprozesse teilweise erst möglich gemacht werden) zu nutzen und therapeutisch an konkreten Zielen zu arbeiten. Diese Ziele, die IDC vor dem Antritt einer Reise mitgeteilt werden können, sind natürlich stark abhängig von dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes und damit sehr individuell. Die Bereiche, in denen gearbeitet wird, reichen von der Sprachförderung, dem Fördern kognitiver oder motorischer Fähigkeiten bis hin zu ergotherapeutischen Elementen.

Auch hier sind die Eltern und Geschwister mit von der Partie. Sie werden ebenso wie beim Schwimmen als elementarer Bestandteil des Konzeptes gesehen (reichen an, sprechen nach, machen vor, …). Sehr beeindruckend ist zu sehen, dass vor allem die Arbeit im Klassenzimmer die eigenen Sinne sehr geschärft hat. Die Fähigkeiten und das Potential des eigenen Kindes zu erkennen. Für viele Eltern ist es eine der wichtigsten Erkenntnisse im Laufe der Delphintherapie zu lernen, wie man am effektivsten mit dem Kind arbeiten und wie man das Potential am besten nutzen kann. In diesem Sinne lernen die Eltern, dass sie selbst, da sie permanent mit dem Kind zusammen sind, die besten Therapeuten sein können.

Die Arbeit im Klassenzimmer dauert ebenso wie das Schwimmen ca. 25 – 30 Minuten. In der Regel sind die Kinder danach auch ganz schön geschafft. Schließlich ist das für sie zwar viel Spaß aber auch Schwerstarbeit!

IDC legt sehr großen Wert darauf, intensiv mit jedem Kind arbeiten zu können. Da auch nur maximal acht Familien gleichzeitig aufgenommen werden (vier vormittags, vier nachmittags, jeweils immer zwei parallel zur gleichen Zeit), ist auch der notwendige Spielraum vorhanden, eine Sitzung wenn nötig mal etwas zu verlängern oder nachher noch Gespräche zu führen und Fragen zu stellen.

Freies Schwimmen

Freitags gibt es keine Therapie, sondern das freie Schwimmen („natural swim“). Hierbei sind alle Kinder und ein Elternteil eingeladen, im Delfinbecken zu schwimmen Die Tiere sind natürlich auch mit von der Partie und Schwimmen dann um einen herum, unter einem durch, … Es ist ein schöner und entspannter Abschluss der Woche und wie wir beurteilen können erfreut sich der „natural swim“ bei allen Eltern größter Beliebtheit. Deena und das Therapeutenteam mit Delfintrainern stehen am Beckenrand und geben unterstützende Hinweise. Wenn nötig, kommen sie auch mit ins Wasser.

Der Familiennachmittag

Auch sehr schön und wichtig ist das wöchentliche Familiengrillen Mittwochnachmittags. IDC möchte bewusst den Austausch und die Kommunikation zwischen den einzelnen Familien fördern. Dazu findet dann immer ein Barbecue statt. Der Chef des Hauses (Peter Hoagland, der Mann von Deena Hoagland) steht dann persönlich am Grill, die Therapeuten und Praktikanten sind ebenfalls anwesend und natürlich die meisten der in dieser Woche „gebuchten“ Familien. Man findet schnell Freunde und kann wertvolle Kontakte knüpfen, die oft lange nach dem Besuch bestehen bleiben. Schließlich haben alle ähnliche Herausforderungen und können ihre Erfahrungen über die Therapie hinaus (Ärzte, Hilfsmittel, juristische Fragen, …) austauschen.